Dein Instrument verstehen
Keyboard-Funktionen: Split, Layer und Einstellungen erklärt
Links Bass, rechts Klavier? Zwei Klänge auf einer Taste? Oder klingt plötzlich jeder Ton höher? Hier erfährst du, welche Keyboard-Funktion dahintersteckt und wann sie dir beim Spielen hilft.
Die Grundideen ähneln sich bei vielen Instrumenten. Bezeichnungen, verfügbare Kombinationen und Einstellmöglichkeiten unterscheiden sich jedoch. Suche die Begriffe im Handbuch deines Modells; die Beispiele hier erklären die Wirkung, keine bestimmte Tastenfolge.
Zwei Bereiche
Split: links und rechts verschiedene Klänge spielen
Split teilt die Tastatur in zwei Spielbereiche. Links kannst du zum Beispiel einen Bass spielen und rechts eine Klaviermelodie. Der Splitpunkt legt die Grenze fest. Er ist eine Position auf der Tastatur, keine Pause zwischen zwei Tönen.
Wann hilft das? Wenn du mit der linken Hand einzelne Basstöne und mit der rechten eine andere Klangfarbe spielen möchtest. Lässt sich der Splitpunkt verstellen, wähle ihn so, dass deine Melodie im rechten Bereich bleibt. Welche Seite die Grenztaste einschließt und welche Klänge links möglich sind, steht im Modellhandbuch.
Beim Yamaha PSR-E383 gehört die Grenztaste zum linken Bereich. Rechts können Main und Dual Voice gemeinsam erklingen, links die Split Voice. Die Aufteilung zeigt das PSR-E383-Referenzhandbuch auf Seite 20 (PDF, Englisch); den Splitpunkt änderst du über Funktion 003.
Häufig verwechselt: Ein Klang-Split startet keine Begleitband. Der Bereich für die Akkorderkennung einer Begleitautomatik hat eine andere Aufgabe; je nach Modell teilen sich beide Funktionen denselben Splitpunkt. Die Einordnung der Begleitautomatik zeigt den Unterschied zur selbst gespielten Begleitung.
Zwei Klänge zusammen
Layer oder Dual: eine Taste, zwei Klangfarben
Bei Layer erklingen zwei Klangfarben gleichzeitig auf denselben Tasten. Yamaha nennt diese Funktion beispielsweise Dual. Ein gespieltes C kann dadurch zugleich als Klavier- und als Streicherton zu hören sein.
Wann hilft das? Du möchtest einen ruhigen Klavierakkord mit einem gehaltenen Streicherklang ergänzen. Falls getrennte Part-Lautstärken verfügbar sind, stelle die Streicher zunächst leiser ein, damit das Klavier deutlich bleibt.
Häufig verwechselt: Layer fügt eine Klangfarbe hinzu, keine automatisch gespielten Akkordtöne. Auch Duet oder Duo ist etwas anderes: Dabei stehen zwei Personen nebeneinander Spielbereiche mit vergleichbarer Tonlage zur Verfügung, etwa zum Vor- und Nachspielen im Unterricht. Beim Casio AP-750 kannst du die Tonlage beider Bereiche getrennt in Oktaven verschieben. Die Aufteilung und Bedienung erklärt der Handbuchabschnitt zu Duet (Englisch).
Den richtigen Klangteil einstellen
Upper und Lower: Namen für Parts
Ein Part ist ein einzeln einstellbarer Klangteil. Beim Digitalpiano Casio AP-750 heißt der Hauptklang Upper1, der zusätzliche Layer-Klang Upper2 und der Bassbereich im Split Lower. Im AP-750-Handbuch zur Klangwahl (Englisch) siehst du, wie du diese Klänge auswählst und mit Layer oder Split kombinierst. Andere Geräte verwenden andere Namen; im Yamaha PSR-E383 findest du etwa Main, Dual und Split Voice. „Voice“ bedeutet hier Instrumentenklang.
Wann hilft das? Sind beim Layer die Streicher zu laut, suchst du die Lautstärke des zusätzlichen Parts. Der Gesamtlautstärkeregler würde auch das Klavier leiser machen. Prüfe deshalb zuerst, welchem Part die Streicher zugeordnet sind.
Häufig verwechselt: Upper bedeutet nicht „alle Töne höher stellen“, Lower nicht „alle Töne tiefer stellen“. Die Namen bezeichnen Parts, deren Spielbereiche vom aktiven Modus abhängen. Eine Tonhöhenverschiebung ist eine separate Einstellung.
Gleiche Tasten, andere Tonhöhe
Transpose oder Octave Shift: Wie weit soll es gehen?
Transpose: in Halbtonschritten
Bei +2 klingt ein gespieltes C als D. Auch die anderen Töne werden um zwei Halbtöne angehoben: Ein gegriffener C-Dur-Akkord klingt als D-Dur. So kannst du eine Begleitung an eine Singstimme anpassen und zunächst dieselben Tasten spielen.
Beim Casio AP-750 reicht Transpose laut Handbuch (Englisch) von −12 bis +12 Halbtönen und verändert die Tonhöhe aller Töne.
Octave Shift: in ganzen Oktaven
Bei +1 Oktave klingt ein C als höheres C. Eine Oktave entspricht zwölf Halbtönen. Das hilft etwa, einen Klang heller und höher einzusetzen, ohne die Hand zu versetzen. Je nach Modell lässt sich die Oktavlage für einzelne Parts einstellen.
Das Casio AP-750 erlaubt für Upper1 und Upper2 jeweils −2 bis +2 Oktaven. So lässt sich beim Layer beispielsweise nur der zusätzliche Klang versetzen. Die getrennten Einstellungen stehen unter Octave Shift im Handbuch (Englisch).
Der Unterschied: Transpose kann die klingende Tonart ändern; eine reine Oktavverschiebung behält sie bei. „+1“ bedeutet deshalb je nach Menü entweder einen Halbton oder eine ganze Oktave. Prüfe den Namen der Einstellung und den betroffenen Part. Stelle eine vorübergehende Verschiebung anschließend wieder auf 0.
Fein abstimmen
Tuning: die Stimmung an andere Instrumente anpassen
Tuning verändert die Grundstimmung fein. Der Bezugston a′ ist häufig auf 440 Hz eingestellt. Bei 442 Hz liegt die Stimmung etwas höher. Das betrifft die Stimmung des Instruments insgesamt, nicht nur diesen einen Ton.
Wann hilft das? Du spielst mit einem Instrument zusammen, das auf 442 Hz gestimmt ist. Mit einer passenden Tuning-Einstellung kannst du die Tonhöhen angleichen, sofern dein Keyboard diesen Wert unterstützt. Beim Casio AP-750 sind 440 und 442 Hz direkt wählbar; die Feineinstellung erfolgt in Schritten von 0,1 Hz. Die Bedienung findest du unter A-Tuning im AP-750-Handbuch (Englisch).
Häufig verwechselt: Tuning ist kein Wechsel von C-Dur nach D-Dur. Transpose zählt Halbtöne; Tuning arbeitet in feinen Schritten, je nach Gerät als Frequenzwert in Hz oder Abweichung in Cent. 100 Cent entsprechen einem gleichstufigen Halbton. Ändere die Stimmung mit einem konkreten Bezugston, nicht nur auf Verdacht.
Mit den Fingern gestalten
Touch Response: leise und laut durch den Anschlag
Bei aktiver Anschlagdynamik reagiert der Klang auf die Geschwindigkeit des Tastenanschlags. Ein sanfter Anschlag ergibt beim Klavierklang einen leiseren Ton, ein schnellerer einen lauteren; auch die Klangfarbe kann sich verändern. Festeres Drücken nach dem Anschlag ist damit nicht gemeint.
Touch Response / Touch Sensitivity
Bestimmt, wie der Klang auf deinen Anschlag reagiert. „Light“ oder „Soft“ erleichtert gewöhnlich laute Töne; „Heavy“ oder „Hard“ verlangt dafür einen kräftigeren Anschlag. Die genaue Abstufung hängt vom Modell ab.
Beim Casio AP-750 stehen fünf Stufen von Light bis Heavy sowie Off zur Wahl. Die Touch-Response-Tabelle im Handbuch (Englisch) erklärt ihre Wirkung; Normal ist die Standardeinstellung.
Lautstärke und Tastengewichtung
Der Lautstärkeregler passt den Gesamtpegel an. Die Gewichtung bestimmt den mechanischen Widerstand der Tasten. Eine andere Touch-Einstellung verändert diesen Widerstand nicht. Anschlagdynamik ist auch mit ungewichteten Tasten möglich.
Probiere es aus: Wähle einen Klavierklang, lasse den Lautstärkeregler stehen und spiele dieselbe Taste dreimal: sanft, mittel und etwas kräftiger. Bei ausgeschalteter Anschlagdynamik bleibt die Lautstärke trotz unterschiedlichem Anschlag gleich. Ob und wie stark sich ein Klang verändert, hängt außerdem von Instrument und Klangprogramm ab. Ohne anschlagdynamische Tastatur lässt sich diese Fähigkeit nicht einfach per Menü ergänzen.
Wenn du ein Instrument auswählst, hilft dir der Ratgeber zur Keyboard-Auswahl, Tastenumfang, Spielgefühl und Ausstattung einzuordnen.
Häufige Fragen zu Keyboard-Funktionen
Kann ich Split und Layer gleichzeitig verwenden?
Das hängt vom Modell ab. Manche Instrumente erlauben links einen eigenen Klang und rechts zwei übereinandergelegte Klänge. Prüfe im Handbuch, welche Parts gleichzeitig verfügbar sind und ob andere Betriebsarten die Kombination einschränken.
Warum klingt mein Keyboard plötzlich höher oder tiefer?
Prüfe zuerst Transpose und Octave Shift. Bei einer kleinen Verstimmung kommt Tuning infrage. Ist nur ein Klangteil betroffen, sieh dessen Part-Einstellungen nach. Ein Neustart setzt nicht bei jedem Modell alle Einstellungen zurück.
Welche Einstellung brauche ich für einen einfachen Klavierklang?
Wähle einen einzelnen Klavierklang, schalte zusätzliche Layer- und Split-Klänge aus und kontrolliere, dass keine ungewollte Tonhöhenverschiebung aktiv ist. Für das Üben von laut und leise sollte die Anschlagdynamik eingeschaltet sein, sofern dein Instrument sie unterstützt. Notiere vor dem Ausprobieren deine bisherigen Einstellungen.