Anschlüsse verstehen

Keyboard mit App, Tablet oder Computer verbinden

Soll eine App deine gespielten Tasten erkennen, möchtest du den Keyboardklang aufnehmen oder Musik zum Mitspielen hören? Das sind unterschiedliche Aufgaben. Kläre zuerst dein Ziel – dann lässt sich der passende Anschluss suchen.

Halte die genaue Modellbezeichnung des Keyboards, dein Endgerät samt Betriebssystemversion und den Namen der App bereit. Mit diesen Angaben prüfst du Handbuch und App-Hilfe. „Hat USB“ oder „hat Bluetooth“ ist noch keine Kompatibilitätszusage.

MIDI beschreibt dein Spiel, Audio überträgt den Klang

MIDI übermittelt Spielinformationen (MIDI-Einführung, englisch): etwa welche Taste du drückst und wann du sie loslässt. Eine passende App kann diese Daten auswerten oder damit einen eigenen Klang erzeugen. Der Klavierklang deines Keyboards wird dabei nicht als Tonaufnahme übertragen.

Audio ist dagegen das Klangsignal selbst. Willst du den Klang deines Instruments aufnehmen, brauchst du einen Audio-Weg. Dass dein Keyboard MIDI über USB sendet, belegt noch keine Audioübertragung über denselben Anschluss.

MIDI: Was spielst du?KeyboardAppSpielinformationenAudio: Wie klingt es?KeyboardAufnahmeKlangsignal
Zwei mögliche Signalwege, keine Kabelanleitung. Welche Verbindung sie ermöglicht, steht im Handbuch deines Modells.

USB: Speicheranschluss oder Verbindung zum Computer?

  • USB TO HOST / USB COMPUTER: Suche hier nach Angaben zur Verbindung mit Computer oder Mobilgerät und zu MIDI beziehungsweise Audio.
  • USB TO DEVICE: Kann für einen USB-Speicherstick vorgesehen sein. Ein solcher Speicheranschluss ist kein Ersatz für den Computeranschluss.
  • USB-C: Bezeichnet die Steckerform. Daraus allein folgen weder MIDI- noch Audiofunktionen oder die benötigte Stromversorgung.

Beim Yamaha PSR-E473 und PSR-EW425 ist TO DEVICE für USB-Speicher vorgesehen; TO HOST unterstützt MIDI und Audio. Diese Ausstattung gilt für die genannten Modelle, nicht automatisch für jedes Keyboard mit USB. Im Handbuch zum PSR-E473/PSR-EW425 (PDF, englisch) zeigen die Seiten 54–56 die beiden Verwendungsarten.

Prüfe zusätzlich das erforderliche Datenkabel, einen gegebenenfalls nötigen Adapter und die Stromversorgung. USB-C, USB 3.2 und USB Power Delivery bezeichnen unterschiedliche Eigenschaften. Die USB-IF-Übersicht (PDF, englisch, Seite 3) hilft dir, Steckerform, Datenstandard und Stromversorgung auseinanderzuhalten.

MIDI OUT geht zum MIDI IN des Interfaces

Hat dein Keyboard einen runden fünfpoligen MIDI OUT, kann ein geeignetes USB-MIDI-Interface die Spielinformationen an einen Computer weiterreichen. Ein Interface ist hier das Verbindungsgerät zwischen MIDI-Anschluss und USB.

Der Weg lautet: Keyboard MIDI OUT → Interface MIDI IN → Computer per USB. OUT sendet, IN empfängt. Prüfe bei Interface-Kabeln die Anleitung zur Beschriftung der Stecker. Ein MIDI-Eingang am Keyboard allein sendet dein Spiel nicht an die App.

Beim Roland A-88 kannst du die MIDI-Daten direkt per USB oder über ein separates MIDI-Interface zum Computer übertragen. Die Anschlussanleitung zum A-88 (englisch) zeigt beide Wege samt Einrichtung in der Musiksoftware. Die Geräteeinstellungen gelten für dieses Modell.

Für dein Instrument oder Interface muss gegebenenfalls ein Treiber verfügbar sein, der zu deiner Betriebssystemversion passt. Ein reines MIDI-Interface nimmt keinen Keyboardklang auf.

Bluetooth MIDI und Bluetooth Audio sind verschiedene Funktionen

Bluetooth MIDI überträgt MIDI-Daten drahtlos. Prüfe, ob Instrument, Betriebssystem und App diesen Weg unterstützen und wo die Verbindung laut App-Hilfe hergestellt wird.

Bluetooth Audio überträgt Klang. Achte besonders auf die Richtung: Bei Kawai-Instrumenten mit dieser Funktion empfängt das Piano Musik vom Tablet und spielt sie über seine Lautsprecher ab. Seinen eigenen Klang sendet es darüber nicht an Funkkopfhörer. Die Kawai-Erklärung zu Bluetooth MIDI und Audio (englisch) veranschaulicht die beiden Verwendungsarten. Ob dein Modell Bluetooth Audio besitzt und in welcher Richtung es arbeitet, prüfst du im Handbuch.

Ein Bluetooth-Logo verspricht deshalb weder Tastenerkennung in einer Lern-App noch die Verbindung zu Bluetooth-Kopfhörern. Suche im Modellhandbuch nach MIDI oder Audio und nach Senden oder Empfangen.

Zwei typische Vorhaben

Eine Lern-App soll deine Tasten erkennen

Prüfe zuerst, ob die App auf deinem Gerät MIDI unterstützt. Suche dann einen dafür dokumentierten Weg vom Keyboard zum Gerät: direkt per USB, über ein MIDI-Interface oder über Bluetooth MIDI. Mikrofonerkennung ist ein anderer Weg; ob die App ihn anbietet, steht in ihrer Hilfe. Für flowkey findest du den Einstieg bei den Geräte- und Verbindungsvoraussetzungen.

Du möchtest Musik vom Tablet über das Keyboard hören

Jetzt brauchst du einen Audioeingang am Instrument. Prüfe, ob es beispielsweise Bluetooth Audio empfangen kann oder einen passenden AUX IN besitzt. Das Tablet ist dabei die Klangquelle. Dieser Weg sagt nichts darüber aus, ob eine Lern-App deine Tasten erkennt.

Diese Fragen klärst du vor dem Kabelkauf

  1. Ziel: Welche Information soll von welchem Gerät zu welchem gelangen?
  2. Keyboard: Was steht am Anschluss, und welche Funktion bestätigt das Handbuch für genau dieses Modell?
  3. Endgerät: Welchen Anschluss und welche Systemversion hat dein Tablet, Smartphone oder Computer? Gibt es dafür die erforderliche Unterstützung?
  4. App: Unterstützt sie diesen Verbindungsweg auf deinem System, und wo wählst du das Instrument aus?
  5. Zubehör: Welche Kabel, Adapter, Treiber und Stromversorgung nennen die Anleitungen? Sind beide Enden der Verbindung berücksichtigt?

Bleibt eine dieser Angaben offen, frage mit den genauen Modell- und Systemdaten beim Hersteller nach. Für die übrigen Instrumentmerkmale hilft dir der Ratgeber zur Keyboard-Auswahl.