Von der Sekunde bis zur Oktave
Intervalle am Keyboard: Tonabstände verstehen
Ein Intervall beschreibt den Abstand zwischen zwei Tönen. Es hilft dir, Schritte und Sprünge in Melodien zu erkennen und den Aufbau von Akkorden zu verstehen.
Die beiden Töne können nacheinander erklingen, wie in einer Melodie, oder gleichzeitig, wie innerhalb eines Akkords. Der Tonabstand bleibt derselbe. Alle Beispiele hier führen vom tieferen zum höheren Ton.
Für den Namen zählen Töne, für den Abstand Schritte
Bei C–E zählst du die Stammtöne C, D, E: Ausgangston und Zielton zählen mit. Drei Tonnamen ergeben eine Terz. Vorzeichen ändern diese Zahl nicht: Auch C–Es ist eine Terz, denn Es ist ein erniedrigtes E.
Auf der Tastatur zählt dagegen jeder Weg zur direkt benachbarten Taste als ein Halbtonschritt, egal ob die Taste weiß oder schwarz ist. Die Ausgangstaste ist noch kein Schritt. C → Cis → D → Dis → E sind vier Halbtonschritte: C–E ist eine große Terz.
Ein Ganzton besteht aus zwei Halbtonschritten. Zwischen E und F sowie zwischen H und C liegt keine schwarze Taste: Diese weißen Nachbarn sind jeweils nur einen Halbton auseinander. Die vollständige Folge der Stammtöne lautet C–D–E–F–G–A–H–C.
Eine Taste verändert die Terz
Große Terz: C–E
Kleine Terz: C–Es
Beim C-Dur-Dreiklang C–E–G liegt über dem Grundton C eine große Terz. Für C-Moll (Cm): C–Es–G wird nur E zu Es. Über C liegt jetzt eine kleine Terz; die reine Quinte C–G bleibt gleich. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Dur- und einem Moll-Dreiklang.
Die Tastenfarbe entscheidet dabei nicht über Dur oder Moll: Auch A–C ist eine kleine Terz, obwohl beide Tasten weiß sind. Die Töne A–C–E bilden A-Moll (Am). Weitere Griffe findest du bei den Keyboard-Akkorden.
Die wichtigsten Intervalle ab C
Sekunde, Terz, Sexte und Septime können klein oder groß sein. Die große Form ist jeweils einen Halbton weiter als die kleine. Quarte, Quinte und Oktave heißen in den folgenden Beispielen rein.
Kleine und große Abstände
- Sekunde: C–Des klein = 1 Halbton; C–D groß = 2 Halbtöne.
- Terz: C–Es klein = 3 Halbtöne; C–E groß = 4 Halbtöne.
- Sexte: C–As klein = 8 Halbtöne; C–A groß = 9 Halbtöne.
- Septime: C–B klein = 10 Halbtöne; C–H groß = 11 Halbtöne.
Reine Abstände
- Quarte: C–F = 5 Halbtöne; vier Stammtöne: C, D, E, F.
- Quinte: C–G = 7 Halbtöne; fünf Stammtöne: C, D, E, F, G.
- Oktave: C–nächstes C = 12 Halbtöne; acht Stammtöne einschließlich beider C.
B und H sind verschiedene Töne: Hier steht B für die schwarze Taste zwischen A und H. In englischen Quellen heißt diese Taste B-flat; das englische B heißt bei uns H. Die Übersicht zeigt häufige Grundformen. Vergrößerte und verkleinerte Sonderformen heißen übermäßig und vermindert.
Gleiche Tasten können verschiedene Intervallnamen haben
Es und Dis liegen auf derselben Keyboardtaste. Trotzdem ist C–Es eine kleine Terz, während C–Dis eine übermäßige Sekunde ist: C bis E umfasst drei Stammtöne, C bis D nur zwei. Beide Abstände haben drei Halbtöne.
Deshalb reichen die gedrückten Tasten allein für den genauen Namen nicht immer aus. In Noten beachtest du auch die geschriebenen Tonnamen und ihre Vorzeichen. Für den Einstieg genügt: erst die Stammtöne einschließlich Anfang und Ende zählen, dann den Halbtonabstand prüfen.
Kurz prüfen: Welches Intervall liegt zwischen E und G?
Eine kleine Terz. E–F–G sind drei Stammtöne. Von E nach F ist es ein Halbton, von F nach G sind es zwei: zusammen drei Halbtonschritte.
Tonleitern am Keyboard zeigen, wie Halb- und Ganztonschritte eine Tonfolge bilden. Zurück zur Übersicht Noten und Lieder.